Wie krebskranke Haustiere therapiert werden Zum Nutzen der spitzenmedizinischen Behandlung von Tieren
Die Krebsarten bei unseren Haustieren sind in ihrem biologischen Verhalten denjenigen des Menschen sehr ähnlich. Unsere Haustiere leben ja auch im gleichen Lebensraum wie wir und sind daher den gleichen schädigenden Einflüssen ausgesetzt. Wie beim Menschen auch tritt Krebs mit zunehmendem Alter höufiger auf, und gewisse Krebsarten scheinen eine erbliche Komponente zu haben.
Da heutzutage viele Hunde und Katzen ein integraler Teil einer Familie darstellen und für viele Menschen in unserer Gesellschaft eine wichtige soziale Funktion haben, erstaunt es nicht, dass Tierbesitzer Auskunft haben möchten über die Art der Krebserkrankung ihres Tieres und ob eine Therapie in Frage kommen könnte. An Krebs zu erkranken heisst nicht, daran zu sterben. Krebs ist nicht Krebs es gibt eine ganze Palette unterschiedlicher Krebserkrankungen. Die einen verhalten sich gutartig, oder sind mit einfachen Methoden zu behandeln, bei anderen wiederum ist eine Heilung schwierig. Glücklicherweise können heute mehr als die Hälfte aller Krebserkrankungen geheilt werden.
Therapie zuweilen unzumutbarer Stress Es ist unsere Aufgabe die besorgten Tierbesitzer über die Art der Krebserkrankung ihres Tieres zu informieren, mit ihnen Prognosen und mögliche Therapien zu besprechen. Dies tun wir in Zusammenarbeit mit den überweisenden Tierärzten, denn sie kennen ihre vierbeinigen Kunden oft am besten. Damit wir Tierbesitzer und Tierärzte fundiert beraten können, müssen wir uns zuerst ein Bild verschaffen über die Art und Ausdehnung der Krebserkrankung. Dazu gehören die Analyse einer Gewebeprobe.
Eine wichtige Rolle bei der Diagnosestellung spielen auch die verschiedenen bildgebenden Verfahren. Diese helfen uns die lokale Ausdehnung eines Tumors zu bestimmen und festzustellen, ob bereits Metastasen vorhanden sind. Darum werden unseren Patienten immer die Lungen geröntgt. Dies ist die häufigste Lokalisation von Metastasen und wenn solche in der Lunge vorhanden sind, wird normalerweise auf eine weitere Abklärung und Therapie verzichtet. Viele unserer Patienten haben Tumoren im Kopfbereich. Hier ist die klassische Röntgenuntersuchung limitiert und wir verwenden die Computertomographie. Diese erlaubt uns eine bessere und genauere Darstellung der involvierten Gewebe. Nur wenn wir uns über die Ausdehnung des Tumors eine klare Vorstellung verschafft haben, kann auch entschieden werden, ob und wie ein Tier behandelt werden kann. Dieser Entscheidungsprozess geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Besitzern des Tieres. Dabei ist wichtig, nicht nur die Krebserkrankung alleine zu beurteilen, sondern auch den Allgemeinzustand des Tieres, sein Alter, aber auch sein Wesen und Verhalten. Bei einem sehr ängstlichen, nervösen Hund ist unter Umständen eine aufwändige Therapie ein nicht zumutbarer Stress. Manchmal lehnen wir es auch ab eine Therapien durchzuführen, wenn nach unserer Beurteilung eine Behandlung aussichtslos oder mit nicht zumutbaren Nebeneffekten einhergeht.
Behandlung mit Linearbeschleuniger Bei den Behandlungsformen spielt die Chirurgie die wichtigste Rolle. Prinzipiell werden alle Tumoren, die chirurgisch entfernt werden können, operiert. Neben der Chirurgie ist die Strahlentherapie die zweitwichtigste Therapieart bei Krebs, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Besonders häufig kommt die Strahlentherapie bei Tumoren am Kopf zum Zug. Es werden der Tumor selbst sowie ein Sicherheitssaum um den Tumor bestrahlt. Lokal kann es vorübergehend zu einer Art Sonnenbrand kommen und die Haare fallen vorübergehend aus. Sie wachsen aber nach ein paar Monaten wieder nach, oft in einer helleren Farbe. Als Bestrahlungsgerät wird heutzutage der Linearbeschleuniger verwendet. Das Gerät funktioniert ähnlich wie ein Röntgengerät, nur sind die erzeugten Röntgenstrahlen viel energiereicher und können so Krebszellen abtöten. Je nach Krebsart und vor allem auch der Grösse des Tumor, können Tiere von ihrer Krankheit geheilt werden. Wir setzen die Strahlentherapie auch palliativ ein, das heisst, das Ziel der Therapie ist nicht die Heilung, sondern die Schmerzfreiheit bei gleichzeitiger Stabilisation des Tumors. Diese Tiere haben dann für mehrere Monate, manchmal auch länger, eine gute Lebensqualität.